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Blaue Ozeane PDF Drucken E-Mail

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Ein Gastbeitrag unseres Partners Michael Rausch (Agentur armstrong aus Berlin)

Wer kennt noch den ehrenwerten Beruf des Drogisten?

 

 

Drogisten, dies zur Erinnerung, das waren in den sechziger Jahren die ehrenwerten Kaufleute, die Haushalts-, Kosmetik- und Hygieneartikel verkauften, die es in der Apotheke nicht gab. Drogisten waren angesehene Mitglieder der Gesellschaft, sie saßen in Gemeinderäten, waren stets korrekt mit Krawatte unter dem weiß-gebügelten Kittel angezogen und fuhren große Autos.

 

Drogisten gibt es heute nicht mehr. Die klassische Drogerie wurde eingeklemmt von Apotheken, die das Sortiment der Drogerien mit aufnahmen, vor allem aber von Drogerieketten, die – zumindest in Großstädten – an jeder Ecke zu finden sind. Fast sehnsüchtig sucht man da nach persönlicher Ansprache (um das Wort „Service“ an der Stelle einmal zu vermeiden), zumeist wuselt es da von schlecht gelaunten Angestellten, die im Akkord die Regale zu befüllen haben.

 

Wer könnten die nächsten „Drogisten“ sein? Schallplattenverkäufer, Apotheker, Steuerberater? Etwa wenn Musiktitel nur noch aus dem Internet zu kaufen sein werden (bald Realität), wenn sich Versandapotheken wie „Doc Morris“ und Konsorten durchsetzen oder wenn die „Flat-Tax“ kommt? Niemand kann und sollte sich die Hände reiben.

 

Doch was soll man tun? Den Kopf in den Sand stecken? Einen auf „armen Drogisten“ machen? Bloß nicht! Denn nach wie vor gibt es einen enormen Bedarf an guten Leuten, guten Ideen und vor allem guten Geschäftsmodellen. Auch große Ideen, so lehrt die Business-Geschichte, fangen oft klein an. Bill Gates schraubte seinen ersten Computer in der Garage zusammen. Aus Indien kam die Rezeptur von „Red Bull“, die ein verrückter Österreicher mit nach Europa brachte und von dort aus ihren Siegeszug um die Welt antrat. Und die überaus erfolgreiche Nordic-Walking-Welle nahm ihren Anfang in einer finnischen Firma, die mehr als nur Skistöcke verkaufen wollte.

 

Wie aber kommt man auf gute Business-Ideen?

Einen wunderbaren und erstaunlich einfachen Ansatz beschreiben die beiden Volkswirtschaftler W. Chan Kim und Renée Mauborgne in ihrem Buch „Der blaue Ozean als Strategie“, eines der wenigen Bücher, das noch im Jahr seines Erscheinens dankenswerterweise direkt ins Deutsche übersetzt worden ist.

 

Und was ist ein „Blauer Ozean“? Ein „Blauer Ozean“, so die beiden Autoren, ist ein Markt, auf dem es keine Konkurrenz gibt.

 

Gibt es nicht? Gibt es doch!

 

Die beiden Wissenschaftler weisen nach, dass erfolgreiche Business-Geschichten sich nicht in sogenannten „Roten Ozeanen“ abspielen, wo sich Haie, pardon: Marktteilnehmer, so aufs Blut bekämpfen, dass sich das Wasser rot färben muss, sondern durch intelligente Produkt- oder Markterweiterungen geschrieben werden. Das Beispiel des „Cirque de Soleil“, der sich aus dem übersättigten Markt der klassischen Zirkusse befreit hat und hinaus ins „offene Meer“ geschwommen ist und ein ganz neues Genre der Unterhaltung geschaffen hat, zieht sich als plastisches Beispiel durch diese lesenswerte Anleitung für erfolgreiches Business. Wer auf „Blaue Ozeane“ zielt, so die Quintessenz, schafft sich selbst eigene und neue Nachfragen und weicht dem Gemetzel in den vorhandenen „Roten Ozeanen“ aus.

 

Wie man erfolgreich in „Blauen Ozeanen“ schwimmt, welche Tools man in die Hand nehmen sollte, und welche erfolgreichen Vorbilder es noch gibt …. ganz ohne vertiefendes Lesen kommt man nun doch nicht aus! Daher mein Tip: „Der Blaue Ozean als Strategie“, heuer erschienen im Hanser-Verlag. Lohnend – nicht nur für Schallplattenverkäufer, Apotheker und Steuerberater!

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