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Editorial April 2007 PDF Drucken E-Mail

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Liebe Leserin, Lieber Leser!                              

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Versprochen: ich werde nicht pathetisch. Dennoch erlaube ich mir, auf unser 25-jähriges Bestehen als Beratungshaus dezent und mit einer Prise Stolz hinzuweisen. Nun wird nicht jeder Wein mit wachsendem Alter besser. Und wenn schon, dann nicht ewig. Auch das (nur scheinbare) Stillstehen muß mit Sinn und Verstand gemanagt werden. Und irgendwann ist Schluß, das Zeug muß weg, bevor es seine beabsichtigten Wirkungen verliert...

Das alles gilt auch für Beratungs-Unternehmen. Marktangebot, Produktionsverfahren, Qualifika­tionen, Führungstechniken, ..., sie wollen gepflegt, erneuert und optimiert werden. Bewährtes braucht genauso „Entwicklung“ wie Neues, wenn auch in einem anderen Sinn. So kann es höchst bedeutsam sein, das Thema Fairness im Lichte von Internet, Globali­sierung, Governance und so weiter neu zu interpretieren. Oder die Idee der Prozeßopti­mie­rung angesichts der verschwimmenden Grenzen zwischen Firmeninnerem und -äußerem. Der Kern muß gleichwohl bewahrt werden...

Ja, da lachen Sie vermutlich. Sie denken vielleicht an die smarten Beraterexemplare, die in der Tat nicht allzu selten in Fleisch und Blut herumlaufen. Die mit gezücktem Messer auftreten und das Topmanagement ihrer Kunden diskreditieren. Und alle paar Jahre (oder sind es eher Monate?) einen neuen Satz terminologischer Reifen aufziehen... Von wegen Entwicklung und Bewahrung.

Doch sehen wir das Ganze einmal bewusst positiv. Was macht den Nutzwert eines Beraters aus? Richtig, er soll die vom Kunden gemachten Vorgaben einhalten und die erwarteten Problemlösungen liefern. Was braucht er dabei, zumal, um die nicht immer komfortablen Arbeitsbedingungen (z.B. Blockaden auf Kundenseite, knappes Zeitbudget, moving targets) zu kompensieren? Belastbarkeit, Robustheit und Fingerspitzengefühl gleichermaßen, Fähigkeit zum Brückenbau, zur Aufklärung und Wissensvermittlung, aber auch Mut und Kompetenz zur Provokation. Fachliche Trittsicherheit selbstredend. Und dazu hin ist jedes Kundenprojekt irgendwie „anders“.

Alles hat keiner drauf. Damit muß man umgehen können. Der Kunde erwartet vom Berater sehr viel, nicht selten genau diese Rundumkompetenz. Wir Berater müssen hier behutsam korrigieren und dafür sorgen, „Mensch“ bleiben zu dürfen. Nicht ohne Grund gleichen manche Consultingfirmen (auch namenstechnisch) eher Durchlauferhitzern als nachhaltig produ­zierenden Dienstleistungstempeln. Der Druck ist gewaltig, viele (Jung-)Berater springen ab und retten sich in die Behaglichkeit „stabiler“ Arbeitsbedingungen...

Wer Berater bleibt, erlebt so manches, was ihn ebenso verblüfft wie bestätigt. Das ist das Salz in der Suppe, der intrinsische Lohn quasi. Wie fänden Sie es beispielsweise, wenn ein Unternehmens­chef Ihre skrupelhaft präsentierte Problemanalyse dahingehend kommentierte, Sie müssten Ihre Erkenntnisse offenbar in „einem anderen Unternehmen“ gesammelt haben? Erfahrungen dieser Art sind unschätzbare Schlüssellektionen auf dem Weg, wirklich zu verstehen wie ein Unternehmen tickt...

Lesen Sie in dieser „Jubiläums-Ausgabe“ mal etwas mehr über uns und die Beraterwelt, zugegeben gefärbt durch die IOT-Brille. Verpackt von aktuellen und ehemaligen IOT-Beratern. Mit Spass am Job. Authentisch. Ehrlich. Und hoffentlich unterhaltsam.

Ihr Stefan Sorg 

 

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