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Prof. Dr. Stefan Sorg im Gespräch über sein 25-Jahr-Jubiläum im Beratungsgeschäft, Synergieeffekte seiner Lehrtätigkeit und die Zukunft der IOT Was waren damals Ihre persönlichen Beweggründe den Weg in die Selbstständigkeit als Unternehmensberater zu gehen? Es klingt vielleicht naiv: ich stamme aus einer Freiberufler-Familie, für mich war sehr früh völlig klar, dass auch ich einmal eine eigenständige Existenz hochziehen möchte. Dass es dann der Beruf des Beraters wurde, hat viel mit meinem BWL-Studium und meiner Erfahrung als empirisch forschender Hochschulassistent zu tun. Dort erkannte ich im Rahmen diverser Praxisprojekte, vor welch enormen Herausforderungen die Wirtschaft bei der Integration der neuen Informationstechnologien steht.
Welche „Idee“ war Ausgangspunkt der Gründung der IOT Unternehmensberatung? Die Erkenntnisse in den späten 70er-Jahre waren ernüchternd, was die "Vorbereitung" der Unternehmen in Sachen neue Technologien und hieran angepasste Organisationslösungen anbetrifft. Eine „ganzheitliche“ Heranführung der Unternehmen an die neuen Möglichkeiten unter Beachtung der vorhandenen strukturellen und personellen Bedingungen war jedoch entscheidend für die Nutzung der Technologieverheißungen. Dieser Gedanke wurde "Programm" der neuen Firma IOT, die ich gemeinsam mit einem Studien- und Arbeitskollegen Anfang 1982 gründete. Interessanterweise ist dieses Thema bis auf den heutigen Tag nicht erledigt, wenngleich mit anderen Akzenten.
Insbesondere kleinere Beratungsunternehmen kommen und gehen im hart umkämpften Beratungsmarkt – die IOT hat sich hingegen in den letzten 25 Jahren erfolgreich etabliert. Was glauben Sie sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren der IOT? Überleben ist kein Selbstzweck, 25 Jahre erfolgreiches Bestehen in einem durchaus nicht einfachen Markt hat seinen Grund. Bereitschaft zu neuen Wegen, personelle Kontinuität, Unabhängigkeit ...Vor allem, wenn man dabei ein unverwechselbares Profil geschaffen und die IOT-Beratung zu einem geschätzten Markenzeichen gemacht hat. Ganzheitlich, effizient, persönlich, fair – das sind Vokabeln die durchaus den Kern dessen treffen, was uns ausmacht und Erfolg bringt. Und auch, dass in aller Regel der "Chef (mit-)kocht".
Neben ihrer Beratungstätigkeit lehren Sie als Honorarprofessor an der FU Berlin und ordentlicher Professor an der UMC Potsdam. Warum haben Sie der Lehrtätigkeit auch nach Gründung der IOT nie ganz den Rücken gekehrt? Lehrtätigkeit zwingt einen, immer wieder die Frage der Nachvollziehbarkeit, Nützlichkeit und "Stimmigkeit" vermeintlichen Wissens zu hinterfragen. Auch die Angemessenheit des verwendeten "Sprachspiels". Und sie eröffnet die große Chance, von anderen, in aller Regel deutlich Jüngeren frische Einsichten, teils für das eigene Wissensgebäude durchaus "zerstörerische" Erkenntnisse, aufzutanken. Ganz abgesehen davon, dass es einfach Spaß macht, gemeinsam mit Studentinnen und Studenten Gedanken zu entwickeln und zu verfolgen, zu sehen, wie sich etwas Neues aus einer lebhaften Dialogsituation entwickelt.
Ein Jubiläum sollte stets Anlass sein nicht nur zurückzuschauen, sondern auch einen Blick in die Zukunft zu wagen. Wie sehen Sie die Entwicklung der einzelnen Beratungsbereiche der IOT in den kommenden Jahren? Es gilt mehr denn je, dass der limitierende Faktor der Produktivität und Innovativität der Unternehmen im menschlich-organisatorischen Bereich liegt. Technologie eröffnet viele Möglichkeiten, jedoch werden ihre Potentiale allenfalls ansatzweise und nicht selten wenig intelligent (mit Blick auf die Erzielung von Erfolgswirkungen) genutzt. IOT wird der Ratgeber und Mitgestalter sinnstiftender Lösungskonzepte zur Gestaltung informationsintensiver Geschäftsprozesse bleiben, sei es mit oder ohne Einsatz moderner Informationstechnologien.
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