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Rechnen sich innovative Investitionen? PDF Drucken E-Mail

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Erstellung einer Kosten-Nutzen-Bilanz zur Bewertung
innovativer Investitionen.
 

Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit einer innovativen Investition wie z.B. eines Enterprise Content Management (ECM) oder Wissensmanagementsystems verlangt sachgerechte Antworten. „Rechnet" sich eine solche Investition überhaupt? Wegen der z.T. nur schwer zu quantifizierenden Vorteile besteht die Versuchung, die Investition allein durch Kosten- und Amortisationsbetrachtungen zu legitimieren. Die Ermittlung von RoI oder TCO sind dafür gebräuchliche Methoden. Beide haben aber ein Manko: sie liefern bei komplexen innovativen Investitionen keine angemessene Beurteilung.

Wirtschaftlichkeit zeigt sich im Vergleich alternativer Problemlösungen. Also entweder durch Vergleich des Zustandes vor der Investition (ohne ECM) mit dem nach der Investition (mit ECM) oder von vergleichbaren Investitionsalternativen (schaffen wir System A oder B an?).

Die TCO-Methode ist für den Vergleich alternativ anzuschaffender Systeme durchaus sinnvoll. Sie erlaubt einen „umfassenden" Kosten-Blick. Die Alternative mit den günstigsten TCO wäre zu präferieren. Eintritt und Ausmaß der bezweckten Investitionswirkungen werden aber nicht explizit betrachtet. Leistungsveränderungen und sonstige qualitative Elemente der Investition, wie neue Funktionen, Produkte oder eine verbesserte Zusammenarbeit bleiben außen vor. Doch gerade diese Effekte motivieren die Innovation oft entscheidend! Hier ist zwecks „Nutzenabwägung" ein differenzierter und umfassender Problemlö­sungsvergleich unerlässlich, der jedoch durch TCO nicht geleistet wird.

Auch der RoI (Return on Investment) als Grundlage der Investitionsbeurteilung liefert nur partielle Einsichten. Im Fokus stehen die erzielbaren Einsparungen zwecks schneller Amortisation des Investitionsobjekts. Leistungseffekte, strategische Wirkungen, qualitative Aspekte bleiben wiederum unberücksichtigt.

Wir schlagen für die Beantwortung der Frage, ob sich die Investition in eine innovative Problemlösung „rechnet", die Erstellung einer alle relevanten Wirkungen umfassenden, aber einfachen Kosten-Nutzen-Bilanz (siehe Abb. 1) vor.

Bilanz Idee

Diese Bewegungsbilanz gliedert die periodisierten Veränderungen zwischen Ist-Zustand (aktueller Problemlösung) und Soll-Zustand (künftiger Problemlösung) bilanzartig auf.

Die linke Seite zeigt die zusätzlich infolge der Investition entstehenden Kosten und im „Saldo" den summarischen Nutzenüberschuss über die „Investitionslasten". Die rechte Seite enthält die erwarteten Kosteneinsparungen (etwa durch Wegfall von Tätigkeiten). Aber auch Aussagen über Leistungsverbesserungen, die ganz massive „quantitative" und zielrelevante Aussagen beinhalten: Verringerung der Durchlaufzeit, die Dezimierung von Fehlerquoten, die Steigerung der Ausbringungsmengen (beileibe keine Kleinigkeiten...). Auch wenn sie nicht so einfach in Euro und Cent umzurechnen sind!

Hinzu kommt: Bei den Leistungsverbesserungen werden auch „nur" qualitativ auszudrückende Wirkungen ausgewiesen, die gleichwohl strategisch bedeutsam sein können. Sie sind das besonders vernach­lässigte Element im Rahmen von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Dazu gehören z.B.: die verbesserte Erfüllung von Nachweis- und Aufbewahrungspflichten (Compliance), erhöhte Unabhängigkeit von Dritten beim Informationszugriff, Zugang zu bislang versperrten Informationen, erhöhte Motivation der Mitarbeiter, mehr Transparenz, vereinfachte Kommunikation, ...

Bilanz Detail

Auch attraktive „Außeneffekte" wie die verbesserte Vernetzung mit Kunden und Lieferanten (vorher gar nicht zu realisieren), ein schnelleres time-to-market, Durchsetzung von einheitlichen Corporate Design Vorgaben durch zentrale Vorlagen sollten bei der Beurteilung keineswegs außen vor bleiben. Deutlich wird vor allem dies: eine innovative Technologie schafft eine verbesserte Produktions­umgebung auf grundlegend anderem Niveau. Sie nur aufgrund der Kosten­wirkungen zu bewerten gliche einer strategisch folgenschweren Themaverfehlung.

In der Praxis werden Investitionsentscheidungen nicht selten genau aus diesen Gründen einer „traditionellen" Kosten- oder Amortisationsbetrachtung entzogen – und strategisch gefällt. Der „Unternehmer" überstimmt den „Buchhalter". Dies heißt nicht zwangsläufig, auf Systematik und Nachvollziehbarkeit zu verzichten und nur aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Die skizzierte Kosten-Nutzen-Bilanz ist ein systematischer, aufklärungsorientierter und pragmatischer Ansatz. Sie zeigt aufgrund der Berücksichtigung quantitativer und qualitativer Bestandteile, sowie der Kosten- und Leistungssicht ein informatives und vollständiges Bild (siehe auch Abb. 2). Sie begünstigt ein ausgewogenes und transparentes Urteil darüber, ob sich eine Investition „rechnet" oder nicht. Unter Beachtung der unternehmerischen Ziele.

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