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Ausgabe März 2004 PDF Drucken E-Mail

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Prof. Dr. Sorg Haben Sie Verständnis dafür, dass ich heute eine euphorische Attacke für die jüngst arg abgewatschte Beraterzunft reite! Ich tue das trotz mancher Berater, die für abko­pierte Binsenweisheiten phan-tastische Summen einstreichen! Trotz „Beratern", die statt Sach-kunde nur „Gefälligkeiten" abliefern. Trotz Beraterlob­byisten, die am Regelver-
fahren und objektivierenden Preisbildungsverfahren vorbei ihre Millionenaufträge – großspurig oder diskret – einsammeln! Trotz der Seilschaften, die sich über manchen Mittelständler, Beamtenapparat oder auch Konzern hermachen... So unbestreitbar all das vorkommt, so wahr ist vor allem auch das:

Berater erzeugen Dynamik.

Nicht selten brauchen Unternehmen Jahre, um notwendige Reformen anzupacken und tatsächlich umzusetzen. Das Tagesgeschäft dominiert und verhindert das proaktive Gestalten der Zukunft. Dies kann enorme Verluste und strategische Nachteile bedeuten. Berater können hier die intern fehlende Energie und Kapazität zeitgerecht einspeisen – und gravierenden Schaden abwenden.

Berater agieren sachorientiert.

Jeder, der sich mit dem „Soziosystem" Unternehmen vertieft befasst, weiß um die subjektive Konfliktsituation vieler Mitarbeiter und Entscheider bei Reformen. Was bedeuten sie für jeden ganz persönlich? Es sind oft gegensätzliche Interessen im Spiel. Mit abträglichen Folgen für die Erreichung der Unterneh­mens­ziele. Externe Berater behalten eher den Blick auf die Lösung des Sachpro­blems. Und können auch persönliche Spannungslagen konstruktiv moderie­ren. 

Berater zeigen Mut.

Dem Überbringer schlechter Nachrichten hat man seinerzeit den Kopf abgeschlagen. Reste dieser Tradition wirken auch heute noch in manchem Unternehmen: Unangenehmes übersieht und verschweigt man, macht sich nicht unbeliebt. Und notwendige Maßnahmen kommen auf die lange Bank. Der Berater ist gerade deshalb sein Geld wert, weil er wichtige Einsichten ohne Schonung seiner eigenen Position klar äußert und argumentativ untermauert.

Berater sind Persönlichkeiten.

Entscheidend ist nicht nur was man sagt, sondern wer es sagt. Überzeugen ist mehr als „besser wissen" oder „vorrechnen". Ausstrahlung von Kompetenz, Erfah­rung und Integrität sind elementare Qualitäten eines Beraters. Diese zeigen sich übrigens auch darin, daß der Berater eigene Grenzen kenntlich macht und dem Kunden auch andere Quellen eröffnet.

Berater sichern Erfolge

Notabene: Berater haben zahllose Unternehmen fit gemacht, manche vor dem Untergang gerettet. Der added-value des Beratereinsatzes ist greifbare Realität, die in beschleunigten Lernkurven und gemeisterten Problemen ebenso wie in sprunghaften Innovationen zum Ausdruck kommen kann. Und nicht zu vergessen: Die guten Berater stammen gewiss ebenso häufig aus kleinen Häusern (bis hin zur klassischen Ein-Mann-Bude) wie aus Beraterkonglomeraten mit globalem An­spruch, elitärem Auftritt, komplexen Strukturen, exorbitanten Honoraren,...

„An ihren Taten sollt Ihr sie erkennen...", steht in einem allseits bekannten Best­seller. Wir begrüßen gelegentliche Stürme, die an Funktionalität und Daseins­zweck unserer Branche rütteln, aber dadurch auch den starken Leistungskern der kunterbunten Beraterszene freilegen.

Ihr Stefan Sorg

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